 Monseigneur Geraldini |
Zum Jubiläum des Jahres 2000:
Monsigneur Geraldini der erste Bischof in Lateinamerika
Christoph Kolumbus ist in der ganzen Welt berühmt, aber nicht alle kennen Alessandro Geraldini.
Er wurde in Amelia im Jahr 1455 als Sohn einer Adelsfamilie geboren; sein Privatlehrer war der Humanist Grifone, der ihm nicht nur eine philosophische, sondern auch eine politische und diplomatische Bildung gab.
Sein Bruder Antonio war bevollmächtiger Botschafter des spanischen Königs Ferdinando d'Aragona, und Alessandro wohnte lange am spanischen Hof, wo er militärische Aufgaben von Rang hatte; später, als Priester, wurde er päpstlichen Hofnotar und Oberkaplan der königlichen Familie.
Als guter Freund von Christoph Kolumbus, überzeugte er das spanische Königshaus den Plan des Seefahrers zu unterstützen, da dieser Plan vom hohen Rat (dem höchsten Ratsorgan des Königs) schon abgelehnt worden war. Kolumbus wollte nämlich die Kugelgförmigkeit der Erde beweisen, aber diese Idee verleugnete das damals vom Hl. Augustin und Nicolò de Lira unterstützte dominierende ptolemäische Weltsystem, nach dem die Erde flach war.
Im Jahr 1519 entschied der 64 jährige Alessandro bei den Bevölkerungen der neuen Welt, die ihn bezaubert hatten, zu leben, weil er sie zu der christlichen Religion bekehren wollte.
Nach einer abenteuerlichen Reise von 200 Tagen (in seinem Buch Itinerarium ad Regiones sub Aequinoctiali Plaga Constitutas - manchmal auch märchenhaft beschrieben) legte er in S.Domingo an, wo er der erste Bischof wurde, und einen noch existierenden erhabenen Dom bauen ließ; hier lebte er bis zum Tod (1525).
Das Leben und die Werke Geraldinis wurden anläßlich der kolumbischen Feier des Jahres 1992 hervorgehebt: viele Zusammenkünfte und Treffen mit wichtigen Forscher fanden in Amelia und Genua statt, und sie trugen entscheidend zur Kenntnis der Persönlichkeit Alessandros in der ganzen Welt bei.
Die Erhaltung seines Geburtshauses in Amelia ist seinen Nachkommenen zu verdanken, es enthält Objekte, Schriften und Memoiren des hohen Prälats; man wird diese Persönlichkeit festlich mit verschiedenen Initiativen feiern, um des Weges zur Bekehrung der Neuen Welt zu gedenken.
Die nach Italien kommenden Pilger des Jubiläums im Jahr 2000 werden also die Möglichkeit haben, die immer aktuelle religiöse Berufung der Stadt kennenzulernen.
Die Stadt ist auch, dank der zahlreichen Zeugnissen in der Stadt und in der Umgebung, in die Franziskaner Rundfahrten eingeschlossen.
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