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SAN GIUSTINO

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Villa Margherita Graziani
Celalba - Villa Margherita Graziani
Zwei km von San Giustino entfernt, liegt ein Dorf, deren Einwohner in vergangen Zeiten einen selbständigen Staat gründeten: die Republik von Cospaia (1440-1826).
Tatsächlich wurde ein Fehler bei der Grenzfestsetzung begangen, als 1440 Papst Eugen IV. für 14.000 Dukaten "Borgo San Sepolcro" der Florentinischen Republik überließ und dabei vergaß einen fünfhundert Meter breiten Landstreifen dazuzurechnen, der dann Niemandsland wurde. Die Bewohner von Cospaia erklärten sich sofort selbsständig und blieben es während vier Jahrhunderten; sie besaßen keine schriflichen Gesetze, keine Herrscher, keine Soldaten und keine Steuern, all dies ermöglichte ihnen durch den Tabakanbau (sie waren die ersten in Italien) die besten Geschäfte mit dem Großherzogtum, sowie der Kirche abzuschließen.
Die Bewohner von Cospaia hätten noch lange aus dieser Situation Gewinn ziehen können, wenn sie ihre Republik nicht zu emer Art Freihafen für das Schmuggelgeschäft verwandelt hätten. Aus die-sem Grunde beschloßen die zwei angrenzenden Dörfer zusammen, dieser winzigen Republik ein Ende zu setzen. Zu diesem Zweck wurde am 25. Mai 1826 ein Vertrag zwischen der Regierung der Toskana und dem Kirchenstaat abgeschloßen.
Mit dieser Urkunde kehrte Cospaia wieder unter die Verwaltung von Città di Castello und erhielt als Entschädigung für die verlorene Frei-heit, das Sonderrecht eine halbe Million Tabakpflanzen zu bestellen. Der Tabakanbau zu jener Zeit geschah nur unter direkter Aufsicht der Regierung.
Das Dorf befindet sich in einer schönen Lage auf einem Hügel. Am Fuße des Hügels von Cospaia liegt eine Anlage fürs Sportfischen.

Zu entdecken:
Spuren antiker römischer Villen sind auf dem ganzen Territorium von San Giustino aufzufinden, denn sogar Plinius der Jüngere wohnte für lange Zeit in dem Ort, der noch heute seinen Namen trägt, nämlich Colle Plinio. Die Weichheit seiner Hügel, die unberührten Landschaften, die Ruhe und Stille der Säkularwälder des Trabaria Gebirges, von welchen Nicolò III das Holz für den Bau des Sankt Peters Dom in Rom gewann, zichen nach S. Giustino während den ganzen Jahr zahlreiche Touristen an. So kann der Besucher die Villa Cappelletti besichtigen, ein neoklassischer Bau aus dem XVII. Jh., auf dem Colle Plinio und umgeben von einem ausgedehnten Garten, entdekken. Die Villa wurde an jenem Ort errichtet wo einst die Villa Plinius stand. Sehenswert ist auch die Villa Graziani (Spätrenaissance), die einst ein antikes Schloß war und 1616 umgebaut wurde.
Die selbe Aufmerksamkeit sollte der Besucher auch beim Suchen einer kleinen, unbekannten Kirche in Passerina, zeigen. In dieser Kirche befindet sich ein Zyklus von wertvollen Freskenmalereien aus dem V. Jh. und die Überreste einer handwerklichen Produktion von einer Feuerwaffenbatterie. Dieses Handwerk hat sich ab 1500 bis in unserer Zeit in Celalba weiterentwickelt.
Auch San Giustino, wie das ganze Hohe Tibertal, ist in diesem Sinne voller Geheimnisse, die nur der aufmerksame und geduldige Be-sucher zusammen mit den verborgenen Schätzen entdecken wird.

Was man sich nicht entgehen laßen sollte:
Die Prozession des "Toten Christus" (Karfreitag); "Volo di colori" (Farbenflug) internationale Drachenflugaufführung (Juni); die archeologischen Ausgrabungen der Villa von Plinius; die "Infiorata" (Blumenbilder) zu Fronleichnam; "Percorsi d'arte", eine Ausstellung bildender kunst im April; die "Maratonina Lanarina", ein spor-tlich-interessantes Wettgehen im September.

Zu kaufen:
sehr gute Weine (Panicale), Trüffel und Produkte aus dem Kunsthandwerk (antike Möbel und Stilmöbel, Spitzen, keramiken).

 

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